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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Koalitionen

    Ulm (ots) - Bitte nicht jetzt noch mehr als ein Jahr lang dieses Theater, das keinesfalls das Niveau von William Shakespeares "Was Ihr wollt" erreicht, sondern auf dem niedrigst möglichen Motto "Wir tun sowieso, was wir wollen" haften bleibt. Es muss daran erinnert werden, dass zunächst wir, die Wählerinnen und Wähler, das Wort und die Stimme haben - erst dann sind die Berufspolitiker beauftragt, aus dem Ergebnis eine Koalition zu bilden. Was sich jetzt ereignet, ist das Umgekehrte: Es scheint gar keine Rolle zu spielen, wer im September 2009 gewählt werden wird. Sondern es wird bereits jetzt, an Hand von demoskopischen Momentaufnahmen, die sich noch hundertmal verändern werden, das Fell des Bären verteilt, von dem die Parteien beanspruchen, dass er bereits ihnen gehöre. Dabei ist allerdings vor allem eines spannend: Mit welchem Wahlversprechen wird die FDP antreten, an der jetzt alle so zuneigungsvoll zerren? Nach jetzigem Stand hätte Rot-Grün, wenn überhaupt, nur mit ihr zusammen eine Chance, den Kanzler zu wählen. Ähnliches, wenn auch weniger knapp, gilt für alle Spekulationen über Schwarz-Grün, da es für Schwarz-Gelb allein vermutlich nicht reichen wird. Lassen wir also Guido Westerwelle den Vortritt. Und wenn er, was zu erwarten ist, gesprächig um den heißen Brei herumschweigen wird, haben wir wenigstens, sieben Jahre nach seinem ersten Versuch in dieser Hinsicht, wirklich unseren Spaß an ihm.

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