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Südwest Presse: Kommentar zum Atomlager

    Ulm (ots) - Um Atommüllprobleme zu lösen, nehmen sich Politiker Jahrzehnte Zeit. Im Vergleich dazu haben sie das Gerangel um Kompetenzen für das Salzbergwerk Asse enorm rasch gelöst. Jetzt ist also Umweltminister Sigmar Gabriel für das Versuchslager zuständig. Eine Antwort, was mit dem Abfall - das letzte Fass wurde vor 30 Jahren abgelagert - geschehen soll, hat er jedoch nicht. Die Suche nach Techniken zur sicheren Endlagerung radioaktiven Materials begann dort vor 45 Jahren. Und das Ergebnis ist niederschmetternd. Was lässt sich aus diesem Debakel lernen? Ein Salzbergwerk scheint nicht geeignet zu sein, Atommüll für Jahrtausende von unserer Umwelt sicher abzutrennen. Strahlenmüll - aus dem Auge, aus dem Sinn kann daher nicht das Motto bleiben. Vielmehr müssen Endlager so aussehen, dass das Material nach heutigem Wissen unschädlich verwahrt, im Notfall aber herausgeholt werden kann. Für alte Brennstäbe müssen diese Vorgaben erst recht gelten. Damit ist aber auch der Salzstock Gorleben nicht das beste Endlager. Deshalb ist es einen Versuch wert, ein besseres zu suchen. Unions-geführte Länder müssen ihren Widerstand dagegen aufgeben. Wer die Atommeiler laufen lässt, muss Fortschritte bei der Müllentsorgung nachweisen. Die Fehlanzeige ist ein Gesetzesverstoß. Wer aber längere Laufzeiten wie eine politische Monstranz vor sich herträgt, darf beim Endlager nicht auf das St.-Florian-Prinzip setzen.

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