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Südwest Presse: Kommentar zur Steuernummer

    Ulm (ots) - Ginge es ums Telefonieren, müsste es heißen: Kein Anschluss unter dieser Nummer. Nun kommt die Steuernummer per Post ins Haus und hunderttausendfach nicht bei den Empfängern an, weil die Adressdaten der Finanzverwaltung veraltet sind. Dem Steuerbürger könnte das fast egal sein, kostete die massenhafte Rück- und Neusendung nicht wieder Steuergeld. Schuld daran sind - je nach Standpunkt - wahlweise die Software, der lange Weg der Daten oder deren falsches Format. Darüber wird noch gestritten. Vielleicht gibt es am Ende auch gar niemanden, der zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Denn es wird eben kaum ohne Schwierigkeiten abgehen, wenn mehr als 80 Millionen Menschen nummeriert werden müssen - irgendeiner ist immer schneller umgezogen oder verheiratet als die Datenverarbeitung erlaubt. Doch auch das sollte zu denken geben. Denn ähnliche Pannen gab es vor nicht allzulanger Zeit, als Hartz IV eingeführt wurde: Zahllose Empfänger mussten auf die pünktliche Auszahlung waretn, weil die Technik nicht mitspielte. Entweder hat daraus niemand gelernt oder wir dürfen zur Kenntnis nehmen, dass der modernen Datenverarbeitung Grenzen gesetzt sind, sobald es darum geht, erhebliche Teile der Bevölkerung zu erfassen. Angesichts der Bedenken von Datenschützern, die Steuer-ID könnte eines Tages als Personenkennziffer genutzt werden, könnte das sogar beruhigend sein.

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