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Südwest Presse: Kommentar zum Datenschutz

    Ulm (ots) - Welch eine Überraschung: Kontodaten auf Abwegen! Das darf nicht wahr sein und ist es doch - vielleicht sogar viel öfter als vermutet. Nun ist die Staatsanwaltschaft am Zug. Selbst wenn ihre Ermittlungen ergeben sollten, dass beim Verkauf der 17 000 Datensätze nicht gegen Gesetze verstoßen wurde: Der Fall schreckt auf - und das könnte seine einzige positive Folge sein. Denn legal handeln und gegebenenfalls illegal verhökern lassen sich eben nur solche Informationen, die dereinst in irgendeiner Datenbank gelandet sind. Wer an Preisausschreiben und Kundenbefragungen teilnimmt, muss wissen, dass seine Angaben oft gezielt für Werbezwecke gesammelt werden. Wer nicht will, dass ein Versandhaus seine Daten weiterverkauft, kann dem widersprechen - schon bei der Bestellung oder auch später. Wer freizügig mit Aussagen über seine Konsumgewohnheiten um sich wirft, darf sich nicht wundern, wenn alsbald der Briefkasten vor Werbung überquillt und abends das Telefon klingelt - auch wenn das im Einzelfall verboten sein mag. Der Ruf nach dem Staatsanwalt und schärferen Gesetzen gegen unlautere Geschäftspraktiken ist berechtigt. Dennoch gilt: Die Mühlen der Gesetzgebung und Justiz mahlen bisweilen langsam. Deshalb ist - so zynisch es angesichts der Abgebrühtheit mancher Abzocker klingt - der einzig wirksame Schutz gegen den Missbrauch konsequente Datensparsamkeit. Die jedoch hat jeder selbst in der Hand.

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