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Südwest Presse: Kommentar zu Afghanistan

    Ulm (ots) - Abdullah, ein Selbstmordattentäter der Taliban, hat sich gestern neben einer deutschen Patrouille nahe Kundus in die Luft gesprengt und dabei drei Soldaten verwundet, zwei davon schwer. Der Vorfall zeigt erneut, dass die Taliban vermehrt in Gebiete des Landes eindringen, in denen sie und ihre Mentalität den Ansässigen fremd sind. Sie weiten den Kampf gegen die Soldaten, die sie für Besatzer der islamischen Welt halten, auf ganz Afghanistan aus und differenzieren nicht zwischen einzelnen Nationen. Die Mittel der deutschen Soldaten, sich davor zu schützen, sind begrenzt. In und um Kundus pflegen sie, so gut es geht und so gefährlich es auch immer wieder sein kann, den Kontakt zur Bevölkerung in der zuweilen berechtigten Hoffnung, von ihr von ungewöhnlich wirkenden feindlichen Tätigkeiten oder Waffenverstecken zu erfahren. Das Kommando Spezialkräfte hat ein erfolgversprechendes Verfahren gegen Selbstmordattentäter entwickelt. Es kann aber nicht von der gesamten Truppe angewendet werden, weil es innerhalb von Menschenansammlungen nicht taugt. Tut der Staat genug für die Soldaten, die sein Bundestag in solche Lebensgefahr kommandiert? Immer wieder ist von haarsträubenden Materialengpässen zu hören, auch solchen, die manche Situationen auf unnötige und deshalb skandalöse Art gefährlicher machen, als sie sein müssten. In der Versorgung Verwundeter hingegen ist die Bundeswehr die wohl bestausgestattete Armee der Welt. So bleibt die Hoffnung, dass den gestern Verwundeten zunächst im Bundeswehrkrankenhaus in Masar-i-Scharif und dann, nach der Überführung mit dem Lazarett-Airbus nach Hause, geholfen werden kann.

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