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Südwest Presse: KOMMENTAR · FUSSBALL Öffentlicher Druck

Ulm (ots) - Der deutsche Profi-Fußball wird nicht untergehen - trotz der Ankündigung des Kartellamts und trotz der Untergangsstimmung, die sich bei den Funktionären im Deutschen Fußball-Bund und der Fußball-Liga breit macht. Sicher ist aber auch: Der bezahlte Fußball in Deutschland wird auf absehbare Zeit auch nicht mehr die Spitzenposition in Europa erklimmen. Nicht wegen der ablehnenden Haltung der Wettbewerbshüter, sondern deshalb, weil sich bislang keine russischen Milliardäre fanden wie in England, die aberwitzige Millionen-Beträge in Mannschaften und Spieler stecken, um ihr Ego zu befriedigen. Dennoch: Die Aufforderung der Behörde, Spiele im frei empfangbaren Fernsehen vor 20 Uhr zulassen zu müssen, ist höchst bedenklich. Denn die Kartellwächter maßen sich damit an, bestimmen zu können, wann eine zeitnahe Information zu beginnen hat und wann sie zu spät kommt. Das kann und darf nicht Aufgabe der Behörde sein. Sie hat darüber zu befinden, ob wettbewerbswidrige oder -einschränkende Veranstaltungen stattfinden oder nicht. Eine solche Entscheidung hätte sie mit Blick auf die zentrale Vermarktung des Profi-Fußballs treffen können, sich angesichts des öffentlichen Drucks aber offenbar nicht getraut. Den TV-Zuschauer wird's freuen: Seine "Sportschau", ob im öffentlich-rechtlichen oder privaten TV, ist gerettet, sofern die Klubs jetzt nicht auf Konfrontation gehen und ihre Spiele einzeln vermarkten. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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