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Südwest Presse: KOMMENTAR · PERSONALPAPIERE Ausweis des Misstrauens

    Ulm (ots) - Es ist alles eine Frage der Formulierung. Wer freiwillig seine Fingerabdrücke abgibt, kann sicher sein, dass kein anderer als er selbst mit dem neuen Personalausweis über die Grenze reist. Damit wirbt das Bundesinnenministerium. Weil das zufällig mal passiert und man sich zufällig ähnlich sieht. Anders herum wird ein Schuh draus: Der Staat will verhindern, dass Identitätspapiere missbraucht werden. Das ist legitim. Nur: Warum muss dieses Anliegen so wortreich beworben werden? Das Misstrauen in der Bevölkerung sitzt tief und Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) weiß das. Datenschützer warnen seit langem vor der Totalerfassung des Bürgers. Und selbst wenn diese nicht geplant ist, die um sich greifende Erhebung persönlicher Daten verunsichert. Und: Wem Fingerabdrücke abgenommen werden, der fühlt sich schlicht nicht gut - schließlich war diese Behandlung bis jetzt Verdächtigen vorbehalten. Daran, dass der digitale Fingerabdruck in Zukunft ein ganz alltägliches Identitätsmerkmal werden könnte, muss sich der unbescholtene Bürger erst noch gewöhnen. Laut die Speicherpflicht zu fordern, danach - wenn sie politisch nicht durchsetzbar ist -, von Freiwilligkeit zu sprechen und schließlich darauf hinzuweisen, "perspektivisch" - schuld ist dann die EU - könnte es doch einmal Ärger an der Grenze geben, falls die Fingerabdrücke fehlen, fördert das Vertrauen nicht.

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