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Südwest Presse: Kommentar zum Leitzins

    Ulm (ots) - Gleich doppelt zwingend war die Leitzinserhöhung, mit der gestern der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld teurer gemacht hat. Nach der Quasi-Ankündigung des Zinsschrittes durch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor zwei Wochen ließ die geldpolitische Glaubwürdigkeit den Hütern des Euro gar keine andere Wahl als den wichtigsten Leitzins um mindestens 0,25 Punkte zu erhöhen. Gleiches gilt mit Blick auf den Stabilitätsauftrag für die Notenbanker, nachdem die Inflation in Euroland im Juni erstmals die Vier-Prozent-Marke erreichte. Dies um so mehr, als die Teuerung in Belgien, Spanien oder Griechenland teils deutlich über fünf Prozent liegt. Und doch zeigt der gestrige Mini-Schritt nach oben die ganze Hilflosigkeit von Trichet und Co. Denn bei Lichte besehen stecken sie jetzt in der geldpolitischen Zwickmühle. Denn die wichtigste Ursache für den massiven Anstieg der Teuerung in Gestalt der unbändig nach oben schnellenden Energiepreise liegt nicht im direkten Einflussbereich der Geld- und Währungspolitik der EZB. Weil das so ist, wird die Ölpreisexplosion der Inflation weiter einheizen. Den Euro-Hütern wird daher wohl zum Jahresende nichts anderes übrig bleiben, als um der Stabilitätsverpflichtung willen die Zinszügel noch straffer anzuziehen. Doch dann könnte Geld für Firmen und Private so teuer werden, dass über einer damit erzwungenen Investitions- und Kaufzurückhaltung die Konjunktur einbricht.

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