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Südwest Presse: Kommentar zur Sterbehilfe

Ulm (ots) - Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch fordert heraus: Er habe Sterbehilfe geleistet, sagt der Jurist und entfacht damit eine Debatte. Muss dem Recht auf Leben, dem Recht auf Sterben nun das Recht auf Tötung folgen? Beispiele von schwerstkranken Menschen, die sterben wollen, es alleine aber nicht können, machen die Antwort scheinbar leicht. Zumal wohl jeder bei der Vorstellung erschaudert, über Jahre an Maschinen angeschlossen dem Tode entgegenzudämmern. Doch weist das Recht auf Tötung auch den richtigen Weg? Die von Kusch in den Suizid begleitete Frau hatte auch Angst vor einem Leben in einem Pflegeheim. So wollte sie vereinzelte skandalöse Auswüchse und häufige Lieblosigkeit im Alltag umgehen. Doch kann Hilfe zum Selbstmord wirklich eine Antwort sein, wenn Einsamkeit, achtlose Pflege und Schmerzen den letzten Lebensmut rauben? Wie viele Menschen nicht körperliches Leid, sondern fehlende Menschlichkeit in die Arme selbst ernannter "Erlöser" treiben könnte, kann keiner vorhersagen. Doch jeder Einzelne wäre ein Armutszeugnis für dieses Land. Wer Sterbeorganisationen und Tötungsmaschinen, wie Kusch sie propagiert, nicht den Weg ebnen will, muss dem Selbstbestimmungsrecht von Menschen am Lebensende in verantwortbarem Rahmen Rechnung tragen. Patientenverfügungen können ein Ausweg sein, Hilfe zum Suizid ist es nicht. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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