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Südwest Presse: Kommentar zu Atomkraft, Ausgabe vom 30. Juni

Ulm (ots) - Sie ist im Begriff sich zu atomisieren, die große Koalition. Zumindest beim Thema Atomausstieg beharken sich die Mitglieder des Bundeskabinetts als wären sie schon im Wahlkampf. Sie müssen und werden sich aber wohl noch ein Jahr zusammenraufen. Doch vielleicht wollen sie einfach nur raufen. Politisch ist klar, dass der Koalitionsvertrag den Atomausstieg bestätigt hat. Und dabei bleibt es, wenn das Bündnis halten soll. In der Sache dürfte dem Bürger im Südwesten ein Blick auf die Stromrechnung genügen, um das Argument der Kernkraftbefürworter zu beurteilen. Weit mehr als die Hälfte des Stroms stammt aus Atomanlagen. Dass Betreiber die Kilowattstunde in einem abgeschriebenen Werk für vier Cent produzieren, schlägt auf den Kundenpreis bisher nicht durch. Warum sollte er den Konzernen glauben, bei längerer Laufzeit alter Meiler würde sich dies ändern? Effizient nutzt ein Atommeiler die eingesetzte Energie zudem nicht. Die Wärme verpufft. Beim Entsorgen des Atommülls steht die Republik wieder am Anfang. Im Versuchsbergwerk Asse läuft verstrahltes Wasser aus den Salzkavernen, in denen schwachradioaktiver Abfall lagert. Salzstöcke als Endlager für Brennelemente erweisen sich daher als wenig geeignet. Doch bevor man nicht weiß, wo der Strahlenmüll sicher verwahrt werden kann, ist es auch laut Gesetz nicht zulässig, die Atomstromproduktion einfach fortzusetzen. Die Koalitionäre dürfen sich daher den Streit um die Atomkraft für den Wahlsommer 2009 aufsparen Will die Union punkten, muss sie sich bessere Argumente einfallen lassen. Nur zu erklären Atomstrom sei Öko ist zwar plakativ, aber auch platt. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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