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Südwest Presse: Kommentar

    Ulm (ots) - Weniger Pfunde und mehr Sport - das ist auf einen kurzen Nenner gebracht das Ziel des nationalen Aktionsplans gegen Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht. Wie sehr er not tut, zeigt ein Blick auf die Waagen: Nicht nur mehr als jeder zweite Erwachsene ist zu dick, sondern auch schon jedes siebte Kind. Das kostet allein die Krankenversicherung viele Milliarden, weil Rückenprobleme, Bluthochdruck und Diabetes längst Volkskrankheiten sind. Im Prinzip weiß jeder, dass Übergewicht schlecht für die Gesundheit ist. Aber viele ziehen nicht die nötigen Konsequenzen. Schon Kinder sitzen stundenlang vor dem Computer oder dem Fernsehschirm. Ihre Eltern sind mit Bier und Chips beim Fernsehabend ein denkbar schlechtes Vorbild. Ob sie mit den Aktionen wirklich anzusprechen sind, muss erst die Praxis erweisen. Das gilt auch für die Kennzeichnung des Nährwerts von Lebensmitteln mit einem Ampelsystem, um das derzeit mit deutscher Gründlichkeit gestritten wird. Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) setzt auf Freiwilligkeit. Grundsätzlich ist das der richtige Weg - wenn die Industrie dies nicht dazu missbraucht, die Verbraucher zu täuschen. Genau in diesem Verdacht steht sie aber. Das wäre schlicht dumm: Wenn der Gesetzgeber zuschlägt, wird es für sie sicher nicht bekömmlicher. Allerdings helfen die besten Nährwertangaben nichts, wenn sie die Übergewichtigen einfach negieren.

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