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Südwest Presse: Kommentar zu Afghanistan

Ulm (ots) - Reagierten Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz ähnlich langsam wie die Politik zu Hause, dann würde die internationale Staatengemeinschaft wohl lieber auf den deutschen Beistand verzichten. Der Tornado-Einsatz, die Ausbildung afghanischer Soldaten, Hilfsgesuche der Partner und jetzt noch die Schnelle Eingreiftruppe: Die Aufgaben der Bundeswehr am Hindukusch nahmen und nehmen immer mehr zu, doch die Truppe wurde kaum aufgestockt. Seit langem klagen die Offiziere, dass die Mandatsgrenze von 3500 Mann auf Kante genäht ist und beim Kontingentwechsel regelmäßig überschritten wird. Insbesondere die Ablösung von Soldaten an wichtigen Schlüssel- und Vertrauenspositionen geriet auf diese Weise schnell zum bürokratischen Drahtseilakt. Jetzt, kurz vor der Sommerpause, schenkt Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) dem Appell der Offiziere endlich Gehör. Weshalb er so lange gezaudert hat, erschließt sich nicht. Nicht nur in Koalitionskreisen, sondern auch in Teilen der Opposition war hinter den Kulissen schon lange über eine Truppenaufstockung diskutiert worden - und zwar positiv. Denn die sachlichen Gründe dafür überwiegen die strategischen Bedenken. Jungs Zögern, vehement für die Belange seiner Schutzbefohlenen einzutreten, erschwert nicht nur seinen Stand im Kabinett. Dem Minister wird es so auch nicht gelingen, das Vertrauen der Truppe zu gewinnen. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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