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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Milch

Ulm (ots) - Wenn du drei Bauern unter einen Hut bringen willst, musst du zwei davon erschlagen", wird über die Abneigung der Landmänner gegen organisiertes Vorgehen gespottet. Nun widerlegen die Milchbauern die Kritiker. Ihre Solidarität hat offenbar ausgereicht, um selbst zuvor übermächtig scheinende Discounter wie Lidl und Aldi in die Knie zu zwingen. Sollten die Anzeichen, dass der Handel beim Milchpreis einlenkt, nicht trügen, dann wird nicht nur den Milchbauern einstweilen geholfen, sondern vielleicht eine kleine Revolution auf den Agrarmärkten angestoßen. Denn nicht nur die Milcherzeuger, sondern auch die Anbieter von Fleisch oder Getreide dürften erkennen, dass sie eben nicht dem Diktat des Großhandels und der Discountriesen fast hilflos ausgesetzte Lieferanten sind, sondern wieder Angebotsmacht entwickeln können, wenn sie entschlossener gemeinsam handeln. Besonders der Deutsche Bauernverband, der in Sachen Milchboykott eher Getriebener als Treibender ist, muss sich jetzt Gedanken über seine künftige Politik machen. Wir Verbraucher müssen nun erstmal wieder höhere Preise für Milch und Butter verschmerzen. Peinlich genau sollten wir darauf achten, dass jeder Cent des höheren Milchpreises tatsächlich bei den Bauern ankommt und nicht im Handel versickert. Der Erhalt einer für die Republik wichtigen, wettbewerbsfähigen Landwirtschaft ist diesen Preis dann auch wert. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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