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Südwest Presse: KOMMENTAR zu TERROR, Ausgabe vom 17.05.2008

    Ulm (ots) - Die Justizkreise in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden hielten sich gestern zwar sehr bedeckt. Doch auch die spärlichen Informationen machen deutlich: Den Sicherheitsbehörden der drei Länder ist ein Schlag gegen die internationale Terrorszene gelungen. Die Aktion taugt als Beispiel dafür, wie gut zumindest in Europa inzwischen der grenzüberschreitende Anti-Terror-Kampf funktioniert. Dass die zehn Verdächtigen offenbar keine konkreten Anschläge geplant oder finanziert hatten, sondern Spenden für eine Terrororganisation in Usbekistan gesammelt haben, schmälert nicht die Leistung der Beamten. Denn gerade das Auffinden und Lahmlegen dieser international vernetzter Finanzströme ist ein wichtiger Beitrag, um den weltweiten Terror einzudämmen. Dafür brauchen die Ermittler nicht nur eine hohe Sachkenntnis und eine gute länderübergreifende Kommunikation, sondern vor allem einen langen Atem. Und den haben die Polizisten und Geheimdienstbeamten in diesem Fall bewiesen. Die Festnahmen zeigen aber auch, dass Deutschland und seine Nachbarländer nach wie vor als Rückzugsraum für Terroristen dienen. Der gewaltbereite Extremismus ist allgegenwärtig. Deshalb ist es wichtig, dass der Austausch der Sicherheitsbehörden über Ländergrenzen hinweg weiter ausgebaut wird. Guter Wille allein reicht dafür aber nicht aus. Nötig ist vor allem ausreichend Personal. Doch daran mangelt es der deutschen Polizei.

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