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Südwest Presse: Kommentar: Jugendgewalt

    Ulm (ots) - Bekannte Reflexe Hart durchgreifen, so tönt es aus der Union. Angesichts der unbestreitbar gewachsenen Gewaltbereitschaft jugendlicher Täter wird die Forderung, den Strafrahmen zu erhöhen und Heranwachsende generell als Erwachsene abzuurteilen, positiven Widerhall in der Bevölkerung finden. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um altbekannte Reflexe des konservativen Lagers handelt, die in erster Linie der Beruhigung dienen sollen. Zu glauben, hohe Strafen allein schreckten potenzielle Täter ab, ist naiv. Wer angetrunken die Fäuste sprechen lässt, wird solche Erwägungen nicht anstellen. Und wer tatsächlich sitzen muss, lernt von seinen Mitgefangenen eher Negatives dazu, als dass er auf den Weg der Rechtschaffenen geleitet wird. Immerhin: Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) spricht angesichts der Jugendgewalt von einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Und er räumt ein, dass diese nicht über Nacht zu lösen ist. Das ist insofern bemerkenswert, als Rech offenbar nicht allein auf Repression setzt, sondern zugleich die gesellschaftlichen Verhältnisse im Blick hat, die den Nährboden für Verwahrlosung und Kriminalität bilden: Arbeitslosigkeit, die wachsende soziale Kluft in der Bevölkerung sowie die Integrationsprobleme vieler Jugendlicher. Folgen entsprechende Konsequenzen im präventiven Bereich, lässt sich mit den Vorschlägen leben.

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