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Südwest Presse: Kommentar: Wagner

    Ulm (ots) - Endlich tritt er ab. Wolfgang Wagner hat seinen Abschied als Leiter der Bayreuther Festspiele eingereicht. Der 88-Jährige hielt mit ewigen Querelen um seine Nachfolge die Kulturwelt in Atem. Was uns das angeht? Deutschland und die Wagners, das ist nicht nur Musikhistorie, sondern auch ein großes Kapitel nationaler Geschichte, Identität und Befindens. Abgeschlossen ist es nicht: Es wird so kommen, dass Wolfgangs Töchter Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner das Erbe antreten werden. Sollen sie es tun! Wann, das steht allerdings noch nicht fest. Denn Wolfgang Wagner, der fränkische Dickschädel, der schon reihenweise die Kulturpolitiker an der Nase herumführte, erklärte in einem Schreiben nur sachlich-trocken, dass er "spätestens bis zum 31. August" sein Amt niederlegen wolle. Also erst nach der Festspiel-Saison. Da kann noch viel passieren. "Weiche, Wotan, weiche", beschwört die Urmutter Erda im "Rheingold" den Göttervater. Ein passendes Wagner-Zitat. In Vertretung der Urmutter waren jetzt in Bayreuth die Politiker am Werk, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Bayerns Kunstminister Thomas Goppel. Und sie hatten bessere Argumente als eine Operngestalt: das Geld. Die Bayreuther Festspiele brauchen mehr davon, um ihre Zukunft zu sichern. Wer aber zahlt, will mitbestimmen. Macht, Geld, Liebe - das sind die großen Themen in den Opern Richard Wagners. Wie im richtigen Leben.  JÜRGEN KANOLD

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