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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Atomwaffen

Ulm (ots) - Was Israels Luftwaffe am 6. September im syrischen Euphrattal zerlegt hat, können Außenstehende nicht feststellen. Die Israelis schweigen dazu, die Syrer erwähnen eine "leere Armeelagerhalle". Die US-Regierung hat nun Kongressmitgliedern Fotos und Filme gezeigt, die beweisen sollen, dass es eine Atomreaktor-Baustelle war und dass sie große Ähnlichkeit mit dem nordkoreanischen Reaktor von Yongbyon hat. Es sollen sogar nordkoreanische Gestalten im Film zu erkennen sein. Damit steckt die Sache tief im Geheimdienstmorast, und weil es heißt, diese Aufnahmen hätten die Israelis zu ihrem Luftangriff verleitet, kann man davon ausgehen, dass das Urheberrecht der Bilder beim Mossad liegt. Aus Geheimdienstquellen stammten 2002 auch die "Beweise" für die irakischen Massenvernichtungswaffen. Es kann allerdings gut sein, dass Israel tatsächlich den Anfängen eines syrischen Atomwaffenprogramms gewehrt hat, wie es das schon 1981 im irakischen Osirak getan hatte. Denn Syrien hätte gute Gründe, nach der Bombe zu streben. Die enge Zusammenarbeit mit dem Iran, der ebenfalls scharf auf die Bombe ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Araber und Perser seit Jahrhunderten in herzlicher Feindschaft verbunden sind. Außerdem und vor allem hat Syriens Erzfeind Israel die Bombe. Aber warum zeigt die CIA jetzt die Bilder? Vermutlich, weil die atomaren Abrüstungsverhandlungen mit Nordkorea ins Stocken geraten sind und einige Washingtoner Hardliner der eigenen Regierung Druck machen wollen. Da wäre es fast zu schön, um wahr zu sein, wenn Nordkoreaner am Euphrat gefilmt worden wären. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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