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Südwest Presse: Kommentar zu Schwarz-Grün

    Ulm (ots) - Wenn die Signale, die aus Hamburg zu hören sind, nicht täuschen, wird heute im Rathaus der Hansestadt Geschichte geschrieben. CDU-Bürgermeister Ole von Beust und Grünen-Landeschefin Christa Goetsch werden den Vertrag zur ersten schwarz-grünen Regierungsehe auf Länderebene erläutern, der gut zwei Monate nach den Bürgerschaftswahlen unterschriftsreif zu sein scheint. Man kann lange streiten, wie sehr die Grünen ihre Selbstachtung aufgegeben haben zu Gunsten der angestrebten Regierungsbeteiligung und wie viele grüne Ideale der Macht geopfert worden sind. Für sie ergeben sich gleichwohl große Chancen, mit dem Hamburger Modell über die Stadtgrenzen hinaus zu reüssieren. Tatsache ist auch, dass angesichts der sich ausbreitenden neuen Fünf-Parteien-Landschaft in Deutschland die CDU mehr Alternativen benötigt als sie FDP und SPD bieten. Ein Stadtstaat als schwarz-grünes Versuchslabor kommt ihr dabei gerade recht. Die Parteivordenker in Berlin können aus sicherer Entfernung dem künftigen politischen Treiben an der Elbe zuschauen. Auch wenn die Bundes-CDU das alles derzeit als eine rein Hamburger Angelegenheit ausweist: Das öffentlich betonte Wohlwollen, mit dem Bundeskanzlerin Angela Merkel Ole von Beust freie Hand bei der Wahl seines Koalitionspartners ließ, lässt erahnen, dass dem neuen Farbenspiel bundesweit große Aufmerksamkeit zuteil werden wird.

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