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Südwest Presse: Kommentar zum Kinderschutz

Ulm (ots) - Dennis, Kevin, Jessica oder Lea-Sophie: Die Schicksale dieser Kinder, die von ihren Eltern extrem vernachlässigt wurden, haben auch die Politik aufgeschreckt. Ende letzten Jahres hatte das Bundeskanzleramt sogar zu einem Kindergipfel geladen. Doch viel mehr als Absichtserklärungen, Prüfaufträge und Schlagzeilen hat der Gipfel den Schwächsten dieser Gesellschaft nicht gebracht. Konkreter ist da die Ankündigung von Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz, den regelmäßigen Kinderarztbesuch verpflichtend vorzuschreiben. Damit lassen sich Fälle von Verwahrlosung zwar nicht ausschließen, aber zumindest verringern. Das allein rechtfertigt den Zwang. Das selbst ernannte Kinderland wählt dabei einen liberaleren Weg als andere Bundesländer. Dass Stuttgart nicht gleich mit Sanktionen droht, mag zunächst befremden, macht bei genauerer Betrachtung aber durchaus Sinn. Denn mit einem Bußgeld ist keinem vernachlässigtem Kind geholfen - sondern nur mit Eltern, die die Vorsorgeuntersuchungen als notwendige Pflicht und nicht als bloßes Angebot begreifen. Doch die verpflichtende Maßnahme kann nur ein Baustein für einen besseren Kinderschutz sein. Noch mangelt es etwa an frühzeitige Hilfen für Problemfamilien, an einem dichteren Untersuchungs-Rhythmus und einem besseren Austausch aller mit Kindern befassten Einrichtungen und Behörden. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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