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Südwest Presse: Kommentar zu Biosprit

Ulm (ots) - Bio klingt gut. Daher wird mit diesem Wörtchen viel Schmu getrieben. Der Bürger meint, er tue etwas für die geplagte Umwelt. Doch das stimmt längst nicht immer, wie der Biosprit zeigt. Was da heute schon an Ethanol dem Benzin beigemischt wird, muss keine besonders positive Klimabilanz haben. Sprechen wir also besser von Agrarsprit. Umweltminister Sigmar Gabriel hat die Notbremse gezogen: Die Verdoppelung der Beimischung zum Benzin ab 2009 kommt nicht. Dabei ist einiges merkwürdig: Erst ab einer Million Autobesitzer ist es für den SPD-Politiker unsozial, wenn sie das teurere Super Plus tanken müssen. Auch wenn nur ein paar hunderttausend betroffen wären - es wären hauptsächlich ältere Autos und damit besonders viele Geringverdiener, die mehr Geld ausgeben müssten. Zudem haben die Importeure ihre Angaben binnen weniger Wochen verzwanzigfacht. Sollte da im Hinterkopf mitgespielt haben, dass sie die Vorgaben beim Kohlendioxidausstoß von Neufahrzeugen problemlos schaffen, während die deutschen Hersteller mit ihren großen Modellen vom Biosprit als günstigem Weg am meisten profitiert hätten? Dumm da steht der Umweltminister: Gabriel scheint beim Thema Auto ein schlechtes Händchen zu haben. Schon die Nachrüstung von Dieselrußfiltern war ein Flop. Seine Ziele mögen gut sein. Beim Managen von Problemen haben er und sein Ministerium dagegen keine glückliche Hand. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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