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Südwest Presse: Kommentar zur Finanzkrise

Ulm (ots) - Josef Ackermanns Wort hat Gewicht. Wenn Deutschlands mächtigster Banker feststellt, dass die weltweiten Finanzmärkte sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Krise herauszuarbeiten vermögen, dann horcht man auch dort auf, wo der Schlamassel seinen Ursprung nahm: in den USA. Ist Ackermanns Ruf nach dem Staataber das Eingeständnis eines versagenden Kapitalismus? Wer den Chef der Deutschen Bank nun als geläuterten Wendehals darzustellen versuchte, hat nicht mitbekommen, dass Ackermann bereits vor Monaten eine größere Markttransparenz beim unübersichtlichen Finanzroulette gefordert hat. Das waren nicht nur Worte: Die Deutsche Bank ist frühzeitig großteils aus dem riskanten Geschäft ausgestiegen. Ackermann wie Finanzminister Peer Steinbrück fordern denn auch genau das, was Voraussetzung jedes Marktsystems sein muss: Transparenz - also das Wissen darüber, wer welche Risiken eingeht, wie sie weitergeleitet werden und wer im Notfall zur Verantwortung gezogen wird. Das alles wurde weniger von Ackermann und in Deutschland, wohl aber in den USA und Großbritannien vernachlässigt. Das angelsächsische Verständnis von freiem Kapitalverkehr hat sich damit diskreditiert. Der Ruf nach dem Staat kann aber nur ein Ruf nach Regeln sein. Nicht alles, was den Markt reguliert, schadet ihm. Genau das fordert Josef Ackermann. Und in den USA werden sie ihm nicht widersprechen. Nicht mehr. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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