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Südwest Presse: Kommentar zum Islamunterricht

    Ulm (ots) - Endlich wird auch auf der großen politischen Bühne der islamische Religionsunterricht in deutscher Sprache eingefordert. Mehrere Länder sind bereits in Versuche unterschiedlicher Art eingestiegen, darunter Baden-Württemberg mit 505 Teilnehmern an zwölf Grundschulen. Das kann nur ein Anfang sein. Im Südwesten besuchen bereits jetzt 70 000 Kinder und Jugendliche muslimischen Glaubens die Schule, ihre Zahl wird weiter steigen. Höchste Zeit also, die Vermittlung des Islam nicht allein dem nationaltürkischen Konsulatsunterricht oder den Koranschulen zu überlassen. Die Politik kann nicht einerseits deren Monopol und die Bildung von Parallelgesellschaften beklagen, den integrationswilligen Muslimen aber kein eigenes Angebot unterbreiten. Sie haben das gleiche Recht auf Religionsunterricht wie christliche Kinder. In den baden-württembergischen Modellschulen lernen sie einen Islam kennen, der Bezug nimmt auf ihre deutsche Lebenswelt - nicht nur, weil Deutsch Unterrichtssprache ist. So kann der Islamunterricht, unter staatlicher Aufsicht, in deutscher Sprache und in Zusammenarbeit mit Muslimen erarbeitet, einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten. Islamkunde als reines Informationsfach ohne Erziehung zum Glauben könnte dies nicht. Ein solches Angebot würde schlicht nicht akzeptiert. Wie groß das Bedürfnis islamischer Eltern nach religiöser Erziehung ihrer Kinder ist, zeigt der Zulauf zu den Koranschulen.

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