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Südwest Presse: Kommentar zur SPD

    Ulm (ots) - War da was? Kurt Beck jedenfalls tut so, als hätten ihn die letzten 14 Tage nicht sonderlich beeindruckt. Klar, er war krank, aber ansonsten ist nicht viel passiert. Keine Palastrevolution in der SPD, kein Desaster in Hessen, kein Wortbruch, kein Absturz in den Umfragen. Dieser Mann hat Nerven. Doch die Dickfelligkeit des Pfälzers kann die Probleme der SPD nicht überdecken. Ein Vorsitzender, der seine Grenzen nicht erkennt, wird seine Partei noch öfter in Schwierigkeiten bringen. Beck mag intern Mehrheiten mobilisieren können, aber sein Führungsanspruch steht auf tönernen Füßen. Er hat die Seele der SPD-Linken gestreichelt und damit den Flügelkampf wiederbelebt, den die Genossen eine Zeit lang eingestellt hatten. Diese Geister wird Beck so schnell nicht wieder los. Das dilettantische Krisenmanagement des Mainzers hat Zweifel an seiner Eignung genährt, nicht nur außerhalb der Partei. Becks Augenmerk galt allein dem persönlichen Machterhalt. Vielleicht hat er die Hessen-SPD noch rechtzeitig auf Kurs gebracht, doch auf Dauer kommt der Parteichef so nicht über die Runden. Seinem Auftritt in Berlin mangelte es an Überzeugungskraft und frischen Ideen. Die Strategiedebatte über das Verhältnis zur Linkspartei wird die SPD weiter in Atem halten. Beck hat kein Konzept, um diese offene Flanke rechtzeitig vor Beginn des Bundestagswahlkampfs zu schließen. Er ist ein Vorsitzender auf Bewährung, und nur weil es seinen Kritikern an Mut fehlt, kann Beck sogar noch von der Kanzlerkandidatur träumen. Für manchen Parteifreund ist das eher ein Albtraum.

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