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Südwest Presse: Kommentar zu Schwarz-Grün

    Ulm (ots) - Es gereichte einer weltoffenen Stadt wie Hamburg zur Ehre, würde auf ihrer Bühne die schwarz-grüne Premiere auf der Landesebene gegeben. Auch wenn es da noch manchen Pfeffersack auf der einen und Alt-Sponti der Hafengassen-Szene auf der anderen Seite in der Seele graust. Aber die Zeiten wandeln sich - mit oft fünf Parteien in den Parlamenten sind neue Bündnisse unvermeidlich. Sollte Schwarz-Grün in Hamburg noch scheitern, was nicht ausgeschlossen ist, wird im kommenden Jahr im Saarland oder bald darauf anderswo die erste Koalition zustandekommen. Für beide Parteien wäre das eine Zäsur. Gerade auch in Hamburg: Hier die CDU und Ole von Beust, die 2001 noch dem gnadenlosen Rechtspopulisten Ronald Schill zu Amt und Würden verhalf. Dort die Grün-Alternativen, aus deren Reihen einst Knall-Fundis wie Rainer Trampert und Thomas Ebermann antraten, den Kapitalismus zu überwinden. Doch die inhaltlichen Gräben zwischen Schwarz und Grün sind nicht mehr so tief wie einst. In beiden Parteien gibt es starke Kräfte, die sich einer geläuterten sozialen Marktwirtschaft verpflichtet fühlen und die eher auf individuelle Kraft und Initiative der Menschen bauen, als ständig zuerst nach dem Staat zu rufen. Und beide Parteien eint ein pragmatischer Machtwille - die Zeiten der Grünen als Anti-Parteien-Partei sind längst passé. Wer allerdings in Hamburg mit der CDU und in Hessen mit der SPD und der Linken als Steigbügelhalter regiert, der wird sich noch einige Fragen gefallen lassen müssen. Man kann das als Offenheit nach allen Seiten bewerten. Aber auch als programmatische Beliebigkeit.

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