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Südwest Presse: Kommentar zu Porsche

    Ulm (ots) - Überraschend kommt dieser Schritt nicht. Denn der Machtmensch Wendelin Wiedeking gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden. Die bisherigen gut 30 Prozent Anteile bei Volkswagen hat der Porsche-Chef als eine solche gewertet - und sicher auch Ferdinand Piëch, der über seine Porsche-Anteile jenen Konzern übernimmt, den er heute im Aufsichtsrat kontrolliert. Stuttgart wird, wenn die Pläne umgesetzt sind, zur Autometropole schlechthin, wobei Daimler sich dann mit der ungewohnten Rolle der Nummer zwei wird zufrieden geben müssen. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die Übernahme des Lkw-Bauers Scania durch VW, wodurch geballte Macht gegenüber der Marke mit dem Stern entsteht. Mit den Plänen sind längst nicht alle Probleme aus dem Weg geräumt. Der VW-Betriebsrat steht auf den Barrikaden. Und die Bundesregierung bastelt trotz der Abfuhr durch das höchste europäische Gericht an einem neuen VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen den Einfluss bei VW und der Belegschaft ein Druckmittel gegen weitreichende Vorstandspläne sichern soll. Fragen drängen sich bei allem Respekt für die Übernahme auf: Lässt sich ein so großes Gebilde noch sinnvoll steuern? Und: Sind die Synergien, die sich Porsche aus der Übernahme des Konzerns verspricht, überhaupt vorhanden und sind sie sinnvoll zu heben? Oder verhebt sich jemand an einem zu großen Brocken?

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