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Südwest Presse: Kommentar zu Liechtenstein

    Ulm (ots) - Keine Frage: Die Millionen für den Kauf geklauter Daten aus Liechtenstein sind aus Sicht des Fiskus gut angelegtes Geld. Das Geschäft lohnt sich schon jetzt, obwohl erst zwei Wochen vergangen sind, seit Staatsanwälte, natürlich zufällig begleitet von Fernsehkameras, mit der Durchsuchung bei Ex-Postchef Klaus Zumwinkel die Jagd auf potenzielle Straftäter eröffneten. Bei vielen mag Genugtuung darüber aufkommen, dass es jetzt auch den Besserverdienenden und den besonders Vermögenden der Gesellschaft an den Kragen geht. Ein Grund zur Freude sollte das gleichwohl nicht sein. Denn hinter deren Steuerflucht verbirgt sich neben einer großen Portion Egoismus - nämlich dem Gemeinwohl nicht das zukommen zu lassen, was diesem von Gesetzes wegen zusteht - auch die Unzufriedenheit mit unserem Steuersystem. Und die ist bekanntlich nicht nur in Kreisen des Geldadels vorhanden, sondern in fast allen Bevölkerungsschichten. Das wiederum liegt daran, dass der Staat ein völlig unübersichtliches Regelwerk geschaffen hat, bei dem die meisten permanent das Gefühl haben, übervorteilt zu werden. Erst wenn der Steuerzahler den Eindruck hat, dass er gemessen an seiner Leistungsfähigkeit zur Kasse gebeten wird - und sein Nachbar auch - erst dann wird es weniger Steuerflüchtlinge geben. Doch davon sind wir heute so weit entfernt wie von den Cayman Inseln, die Liechtenstein als Steuerparadies beerben werden.

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