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Südwest Presse: Kommentar zu Manager-Gehälter

    Ulm (ots) - Warum steigen die Gehälter der Beschäftigten am Band oder in den Büros nur um einen bescheidenen, häufig genug minimalen Prozentsatz, während die Manager mit zweistelligen Steigerungsraten entlohnt werden? Die Antwort liegt - zumindest für die vergangenen Perioden - recht nahe: Die Gehälter der Leitenden sind wesentlich erfolgsbezogener gestaltet als die des "Fußvolkes". Deswegen bekommen sie in guten Jahren wie diesen auch deutlich mehr. Die Frage ist dabei nicht so sehr, ob die obersten Mitarbeiter eines Unternehmens verdienen, was sie kassieren - wer wollte das schon beurteilen -, sondern ob diese Erfolgsorientierung auch für die schlechten Jahre gilt. Da hat die Vergangenheit leider gelehrt, dass es für manche Strategen oft Auswege aus dem Dilemma zwischen Leistung und Anspruch gibt. Bislang fand sich immer irgendeine Option, die gewinnbringend gezogen oder über die Börse veräußert werden konnte, auch wenn Kurs oder Ergebnis nach unten zeigten. Das Thema eignet sich trefflich für eine große Neid-Debatte, die auch schon geführt wird. Dabei muss man der Wirtschaftselite einen schweren Vorwurf machen: Sie spürt nicht, dass sie die Nation und sich selbst in eine gefährliche Diskussion treibt. Vor allem, weil sie ständig Maß halten fordert, aber nicht den Eindruck erweckt, als würde sie selbst Maß halten. Wer so agiert, hat seine Glaubwürdigkeit verspielt.

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