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Südwest Presse: Kommentar zur Familie

    Ulm (ots) - Es war abzusehen, dass sich Union und SPD vor der nächsten Bundestagswahl um den Titel der familienfreundlichsten Partei streiten werden. Das ist keine schlechte Nachricht, denn die demographische Entwicklung zeigt, dass die Politik in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht zu viel zur Förderung von Eltern und Kindern getan hat, sondern entschieden zu wenig. Gewiss hat die Bundesregierung seit 2005 manches in der Familienpolitik verbessert - an finanziellen Leistungen, an staatlicher Infrastruktur und an gesellschaftlicher Aufmerksamkeit für ein Thema, das über die Zukunft des Landes entscheiden wird. Doch sollte ein lähmender Konflikt darüber, ob zusätzliche Mittel für Familien eher über ein erhöhtes Kindergeld ausgezahlt oder lieber in Bildung und Sachleistungen investiert werden sollten, dringend vermieden werden. Eigentlich kann die Devise nur heißen: Wir brauchen beides - mehr Geld in den Haushalten mit Kindern und ein ausgebautes Betreuungssystem. Doch das bleibt wohl ein frommer Wunsch. Bei den steuerlichen Freibeträgen aber darf wirklich nur dann gekürzt werden, wenn davon allenfalls Besser- und Bestverdiener betroffen wären, die heute überproportional von diesen Erleichterungen profitieren. Von staatlichen Zuwendungen sollen nämlich alle Kinder etwas haben, besonders aber jene, deren Eltern mit jedem Cent rechnen müssen.

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