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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Clement

    Ulm (ots) - Einen besseren Wahlkämpfer hätte die CDU kaum finden können. Eine Woche vor der extrem knappen Entscheidung in Hessen wirft sich der ehemalige SPD-Vize Wolfgang Clement ins Zeug - und fällt seiner Parteikollegin Ypsilanti in den Rücken. Ypsilantis Energiepolitik, das heißt ihr Beharren auf dem langfristig beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie, dem auch die RWE-Reaktoren Biblis A und B zum Opfer fallen werden, und dem Nein zum Bau großer Kohlekraftwerke, passt Clement nicht. Die SPD-Linke trommelt stattdessen für den Ausbau regenerativer Energien und einer dezentralen Energieversorgung. Das kann Clement nicht behagen. Der Ex-Minister steht heute im Dienst des Energieriesen RWE. Das allein erklärt Clements Einwurf nicht. Der Sozialdemokrat, der zum rechten Flügel seiner Partei zählt, wendet sich gegen die begonnene Neujustierung der SPD: Die Abkehr von Schröders Agenda 2010 hält er für einen Fehler, ebenso den so genannten Linksruck, hinter dem ein neuer Blick für sozial Schwache steht. Die Differenzen zwischen Clement und der Parteilinken Ypsilanti zeigt die Spannbreite der SPD. Dass die Partei über ihren künftigen Kurs streiten muss, ist offensichtlich. Clement jedoch geht einen Schritt zu weit. Er bremst seine interne Kontrahentin kurz vor der Wahl in aller Öffentlichkeit aus. Das ist ein schweres Foul. Clement sollte gehen.

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