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Südwest Presse: Kommentar zu Kinderschutz, Ausgabe vom 24.12.07

    Ulm (ots) - Wenn Geistlichkeit wie Politik vor Weihnachten Kinderarmut und Kinderschutz in den Mittelpunkt stellen, so ist das grundsätzlich erfreulich. Doch berufsbedingte Skepsis lässt uns zweifeln, ob die gut gemeinten Botschaften im neuen Jahr noch Gehör finden, erst recht nach den bald anstehenden wichtigen Landtagswahlen. Immerhin: Es scheint wachsende Teile der Gesellschaft nicht mehr kalt zu lassen, dass 2,5 Millionen Kinder in Deutschland auf Sozialhilfeniveau leben und dass die Nachrichten über Misshandlung, Verwahrlosung, Vernachlässigung von Kindern immer schlimmer werden. Es sei jedoch vor der Illusion gewarnt, allein mit etwas höherem Kindergeld oder -freibeträgen sei dem Übel beizukommen. Deutschland steht, was die direkten Sozialleistungen für Familien betrifft, im internationalen Vergleich längst nicht so schlecht da, wie es die gegenwärtige Diskussion vermuten lässt. Soziale Benachteiligung beginnt eher damit, dass vor allem Alleinerziehende ohne Job kaum Chancen haben, vom Aufschwung zu profitieren, weil es an Einrichtungen zur Ganztags-Kinderbetreuung fehlt. Sie setzt sich über die Gesundheitsvorsorge fort bis zur oft belegten mangelhaften Chancengleichheit in Schule und Uni. Auch die Beseitigung dieser Defizite ist nicht umsonst zu haben. Doch oft scheitert das nicht zuerst am Geld, sondern schon am Problembewusstsein.

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