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Südwest Presse: Kommentar zur Kinderlosigkeit

    Ulm (ots) - Immer mehr Frauen bleiben kinderlos. Darunter sind besonders viele Akademikerinnen. Was da das Statistische Bundesamt mit Zahlen untermauert, ist keine Überraschung, im Gegenteil: Dies war ein wichtiger Grund für die Einführung des Elterngelds vor einem Jahr. Gerade Mütter mit guter Ausbildung und entsprechendem Einkommen sollen nach der Geburt nicht in ein allzu großes finanzielles Loch fallen. Ob diese Neuerung schon positive Auswirkungen hat, kann die Statistik noch nicht zeigen. Denn zum einen betrachtet sie eine Zeit, in der es das Elterngeld noch nicht gab, und zum anderen dauert es, bis Verhaltensänderungen tatsächlich spürbar werden. Das zeigt ein grundsätzliches Problem aller Statistiken: Sie können aktuelle Entwicklungen nicht aufhellen, sondern nur eine vergangene Entwicklung mit einer ganz erheblichen Zeitverzögerung. Andere Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass so manche Akademikerin sehr wohl noch Kinder bekommt, aber sehr spät, häufig erst nach dem 40. Geburtstag. Aber zweifellos bleiben besonders gut ausgebildete Frauen am häufigsten kinderlos. Daher ist es richtig, wenn sich der Staat bemüht, ihnen die Entscheidung für Kind und Beruf möglichst einfach zu machen. Bis da Deutschland einen Stand wie Frankreich oder Finnland hat, braucht Zeit, etwa für den Aufbau von Krippenplätzen. Mindestens ebenso wichtig ist das Umdenken in der Wirtschaft: Kinder dürfen keine Karrierebremse sein.

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