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Südwest Presse: Kommentar zum Thema EADS

    Ulm (ots) - Das hat dem deutsch-französischen Prestige-Unternehmen EADS gerade noch gefehlt. Noch ist das Airbus-Desaster keineswegs verdaut, da gerät der Konzern erneut in die Schlagzeilen - und weil es um die Moral von Managern geht, könnte der Ausschlag öffentlicher Erregung besonders hoch ausfallen. Zu Recht. Für eine Verurteilung ist es natürlich noch zu früh, die Verdachtsmomente, welche die Börsenaufsicht der französischen Staatsanwaltschaft vorgelegt hat, müssen sich erst noch zur Tatsache erhärten. Doch der Flurschaden ist schon jetzt beträchtlich. Weniger der Umstand, dass die Schwierigkeiten beim Superjet A 380 schon früher im Management bekannt gewesen sind, wäre das Problem. Sollte dies aber dazu geführt haben, dass die Bilanzen aufgehübscht und die Konzern-Elite daraus auch noch persönlichen Profit gezogen hat, wäre das nicht weniger als eine desaströse Bruchlandung in punkto Unternehmensführung. Man mag sich die Folgen nicht ausmalen. Die Motivation der Mitarbeiter würde erheblich Schaden nehmen, die Schadensersatzforderungen der Aktionäre einen Teil jener Kraft binden, die das Management im beinharten Wettbewerb mit Boeing benötigt. Sollte auch noch Thomas Enders betroffen sein, müsste sein Airbus-Vorstandssessel schnell zum Schleudersitz werden. Das alles klingt nach Katastrophen-Alarm. Hoffentlich ist es ein Fehlalarm.

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