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Südwest Presse: Kommentar zur Stammzellen-Forschung

    Ulm (ots) - Die einen warnen vor dem Sonderweg, andere hängen der deutschen Biomedizin schon die rote Schlusslaterne um. Beide Szenarien entbehren aber jeder Realität. Deshalb vollzieht Forschungsministerin Annette Schavan einen ganz konsequenten und eher überfälligen Schritt. Sie fördert einen Forschungszweig stärker, der sich nicht seit Jahren in großspurigen, aber vagen Heilsversprechen ergeht, sondern bereits Menschen bei zahlreichen Erkrankungen therapeutisch hilft. Zudem bestätigen neuere Forschungsergebnisse, dass die adulten Stammzellen die Fähigkeit besitzen, sich in weit mehr unterschiedliches Gewebe zu entwickeln, als Kritiker bisher vermutet haben. Zudem entschärft die Ministerin ein ethisches Dilemma, das in der embryonalen Stammzellforschung fest angelegt ist. Um solche Alleskönner-Zellen zu gewinnen, muss Leben vernichtet werden. Nach deutschem Rechts- und Moralverständnis ist in einer befruchteten Eizelle menschliches Leben entstanden, was immer mit ihm danach passiert. Die Furcht, dass Deutschland auf dem Gentechnik-Weltmarkt ins Hintertreffen gerät, ist jedenfalls unbegründet. Seriöse Forscher wissen längst, dass die embryonale Stammzellforschung in einer Sackgasse steckt, die noch sehr langer Grundlagenarbeit bedarf. Dabei besteht ein sehr hohes Risiko, dass sie nie die Erfolge liefert, die meist in einem Atemzug mit ihr versprochen werden.

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