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Südwest Presse: Kommentar: Flugunfall

    Ulm (ots) - Fünf Jahre nach dem Flugzeugunglück von Überlingen ist die Frage nach zusätzlichen Sicherungen im Luftraum immer noch offen. Deshalb kann das gestrige Urteil gegen Mitarbeiter der Flugsicherung Skyguide niemanden befriedigen. Zumal die Urteilssprüche eher bescheiden ausfielen angesichts der Liste schwerster Verfehlungen, die am 1. Juni 2002 Dutzende meist jungen Menschen das Leben kosteten. Moralisch mit auf der Anklagebank saß die Skyguide AG selbst. Kann man einer Einrichtung vertrauen, die an jenem Tag die Sorgfaltpflicht so gravierend verletzt hat? Geändert hat sich in den fünf Jahren, die seit dem Unglück ins Land gegangen sind, wenig: Skyguide bleibt für die Flugsicherheit in Süddeutschland zuständig. Die Bundesregierung verweist darauf, dass Skyguide erst 2006 geprüft und zertifiziert wurde. Und seit Monaten tagt eine deutsch- schweizerische Arbeitsgruppe, die Verbesserungsvorschläge erarbeiten soll. Ein Staatsvertrag ist bis heute wegen des Streits um eine Nordanflugroute auf Zürich-Kloten aber noch nicht zustande gekommen. Es läuft wie so oft: Nach dem ersten Entsetzen und den großen Versprechungen der Politiker nach dem Unglück wird das Thema schnell nach hinten durchgereicht. Wiedervorlage bei der nächsten Katastrophe? Das wird weder den Opfern von Überlingen noch den Fluggästen von heute und morgen gerecht.

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