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Südwest Presse: Kommentar - USA

    Ulm (ots) - Während der vergangenen Jahre hat George W. Bush einen Massenexodus verschmerzt wie kein Präsident vor ihm. Diverse Berater und Regierungsmitglieder haben ihm seit Beginn des Irak-Krieges den Rücken gekehrt. Keiner aber hatte den Stellenwert eines Karl Rove, dessen vorzeitiger Rücktritt das politische Establishment in Washington erschüttert. Kritiker nennen ihn polemisch "Bushs Gehirn", für politische Analysten ist er schlichtweg "der Architekt". Denn kein Familienmitglied, kein Freund oder Kabinettsmitglied spielte in der Karriere des George W. Bush eine so zentrale Rolle. Noch wichtiger: Niemand hat während der turbulentesten Phasen der Präsidentschaft Bush so unerschütterliche Loyalität bewiesen und Optimismus versprüht, selbst nach der verheerenden republikanischen Niederlage bei den Kongresswahlen. Wie geht es nun also weiter im Weißen Haus? Ohne den Mann, der ihm stets ins Ohr flüsterte, werden die öffentlichen Auftritte des Präsidenten vermutlich seltener. Auch wird spekuliert, ob die Regierung nun vielleicht mehr Flexibilität in der Irakpolitik an den Tag legt. Schließlich hatte Rove energischer als jeder andere dafür plädiert, um jeden Preis am Kurs festzuhalten. Sicher ist nur, dass Karl Rove, der nicht bis zum Ende der Amtszeit an Bord bleiben wollte, dem Präsidenten indirekt das bisher stärkste Misstrauensvotum ausgesprochen hat.

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