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Südwest Presse: KOMMENTAR: STAATSSCHULDEN

    Ulm (ots) - Im Bund sind vor der schon biblischen Frist von fast vierzig Jahren zum letzten Mal in einem Haushalt keine Schulden gemacht worden. Das heißt, dass wir es inzwischen mit der dritten und vierten Politikergeneration zu tun haben, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, mehr Geld auszugeben als einzunehmen. Vor diesem Hintergrund ist es die bisher beste Nachricht des Jahres, dass Baden-Württemberg 2008 keine neuen Schulden machen und sogar Rücklagen für magere Jahre bilden will - eine Idee, die des Pharaos Beamter Josef schon vor Jahrtausenden hatte. Allein, es fehlt einem der Glaube. Morgen, wenn die Finanzierung von Stuttgart 21 und der Bahntrasse nach Ulm mit dem Bund ausgehandelt werden muss, kann es schon wieder schlechter aussehen. Nach dem nächsten Rhein-, Iller- oder Sonstwo-Hochwasser, spätestens aber nach dem nächsten Konjunktureinbruch, der kommen wird wie das Amen in der Kirche, werden die hehren Versprechungen verpuffen. Das befürchtet man in Kenntnis der Politiker. Ihnen fällt es leichter, Geld auszugeben als zu sparen. Das Hauptproblem ist dabei vielleicht, dass Schulden, so hoch sie auch sind und so deutlich ihre Zinsen und Tilgungen immer größere Etatposten darstellen, doch bei den Wählern nur eine abstrakte Größe sind. Dabei haben wir einen erheblichen Teil unseres Wohlergehens nur auf Kosten unserer Kinder geliehen.

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