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Südwest Presse: Kommentar zum Thema EADS

    Ulm (ots) - Die Abschaffung der Doppelspitzen bei EADS war längst überfällig. Deshalb sind die Personalentscheidungen zunächst einmal sehr zu begrüßen. Ob sie helfen werden, die Disharmonien innerhalb des Luft- und Raumfahrtkonzerns zu beseitigen, darf indes bezweifelt werden. Denn das internationale Unternehmensgebilde hat den Anschluss an den großen Konkurrenten Boeing nicht nur wegen gravierender Managementfehler verloren, sondern auch, weil zu viele in das Geschäft hineinreden, die sich besser ganz heraushalten sollten. Diese Aufforderung gilt in besonderem Maße für die Politik. Dort wird das Gegenteil des Sinnvollen praktiziert. Der überehrgeizige französische Präsident Nicolas Sarkozy möchte EADS am liebsten ganz vereinnahmen; es braucht schon die ganze Hartnäckigkeit der Deutschen, um dagegenzuhalten - sofern sie die eigenen Interessen an EADS nicht aufs Spiel setzen wollen. Was dabei herauskommt, ist jetzt zu besichtigen. Die künftige Rollenverteilung ist weniger von Vernunft getrieben als dem Bemühen geschuldet, einen für alle Seiten erträglichen Kompromiss zu finden: Ein Franzose an der Konzernspitze, ein Deutscher bei Airbus, der wichtigsten Tochter, am Steuer. Neben ihm, quasi als Aufpasser, ein Franzose - und über allen wacht als Chefkontrolleur mit Daimler-Manager Rüdiger Grube wieder ein Deutscher. Wenn darin kein Konfliktherd schlummert?

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