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neues deutschland: Kommentar: Muttertag im Weißen Haus - zum jüngsten US-Angriff in Afghanistan

Berlin (ots) - Am Gründonnerstag, als der »Heilige Vater« in Rom Straftätern die Füße wusch, ließ es der »Weiße Vater« in Washington ordentlich krachen. »Ich habe noch nie im Leben einen solchen Knall gehört«, sagte ein afghanischer Ohrenzeuge, nachdem in der Landesprovinz Nangarhar US-Streitkräfte mittels Superbombe GBU-43 eine Kommandozentrale der IS-Terrormiliz pulverisiert und 36 Dschihadisten in den Tod befördert hatten. Dass der erste Einsatz dieser als »Mutter aller Bomben« apotheosierten Wahnsinnswaffe kurz nach Trumps syrischem Sündenfall erfolgte, erhärtet die These, der US-Präsident habe nun endlich die bislang vermisste Leitkultur seiner Amtsführung gefunden: die Kultur des Krieges. Mit dem stärksten Sprengkörper der US-Streitkräfte unterhalb der atomaren Schwelle ein eher mittelrangiges Ziel zu bekämpfen, mag militärisch wenig Sinn machen. Politisch-psychologisch ist die Botschaft indes evident: Wir kennen die Probleme, wir wollen die Lösung, und wir haben die Mittel dafür.

Auf die Frage, ob die Bombe eine Warnung an Nordkorea sei, sagte Trump, das sei »egal«. »Nordkorea ist ein Problem. Das Problem wird gelöst werden.« Nicht nur, dass diese Ankündigung alles andere als beruhigend klingt. Sie ist auch im Kontext einer scheinbaren Marginalie in Trumps Rede zum Syrien-Angriff zu sehen. Dem üblichen »Gott segne Amerika« folgte da die geradezu pontifikale Formel: »und die ganze Welt«. Gotteskrieger sind bekanntlich die schlimmsten.

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