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neues deutschland: Wahlausgang: Brexit schockt die Spanier

Berlin (ots) - Die Angst hat die Hoffnung besiegt. So unzuverlässig gerade in Spanien Umfragen gemeinhin sind - dass die Spanne zur Realität größer als fast je bei einem Wahlergebnis davor war, ist dem externen Schock des Brexits zuzuschreiben. Nur die islamistischen Terroranschläge in der Wahlwoche im März 2004 hatten noch einen stärkeren Einfluss, als sich die Lüge der regierenden rechten Volkspartei PP, dass es sich um einen Anschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA handelte, noch vor dem Wahlsonntag nicht mehr aufrecherhalten ließ. Damals brachte die »Sozialisten« der PSOE ein Erdrutschsieg an die Regierung. Die Angst hat spanische WählerInnen bewogen, die Bedenken über die korruptionsgeschüttelte PP über Bord zu werfen und für ein »Weiter-so« zu votieren. Die Angst hat WählerInnen bewogen, dem Linksbündnis Unidos Podemos (Vereint gewinnen wir/UP) Zustimmung zu entziehen, weil das reale Szenario des Brexits ein potenzielles Szenario des Verfalls Spaniens wahrscheinlicher erscheinen ließ. Schließlich hatte die UP, die selbst gegen die Sezession von Autonomen Gemeinschaften wie dem Baskenland oder Katalonien ist, das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf ein Referendum versprochen. Die Angst hat dafür gesorgt, dass Spanien vor dem selben Patt der Lager steht wie 2015. Dass ein weiter denkbares Bündnis zwischen PSOE und UP die Angst für einen Neuanfang besiegt, ist unwahrscheinlicher als eine große Koalition zwischen PSOE und PP.

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