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neues deutschland: zur Strategiedebatte der Linkspartei

Berlin (ots) - Welcher Saft könnte es denn sein, der der LINKEN wieder Kraft verschafft? Sicher ist, ein Elixier der politischen Selbsterneuerung wird am Tresen des medialen Schlagabtausches nicht gereicht. Was dort eingeschenkt wird, bereitet eher einem Publikum Bauchschmerzen, das sich ganz zu Recht die Frage stellt, wie eine Linkswende gegen den Rechtsruck denn nun zu schaffen ist.

Dass die Linkspartei große Probleme hat, ihre Ansprüche an sich selbst zu erfüllen, lässt sich so wenig beschweigen, wie ein Ausweg aus der Lage nicht schon dadurch gefunden ist, dass man diese öffentlich feststellt - und dabei den Eindruck hinterlässt, es gehe vielleicht um ganz andere Dinge. In Zeiten, in denen der Verdruss über die Parteiendemokratie allerorten das Ressentiment gegen Andere und Schwächere wachsen lässt, wird man keine Hoffnung auf wirksame Politik gegen Armut, Ausbeutung und Unsicherheit befördern, wenn man sich so beträgt wie der »Betrieb da oben«, der diesen Verdruss produziert.

Diese Hoffnung aber ist es, die für eine Linkswende gebraucht wird: als lebendige Erfahrung, dass sich Einmischung für seine Belange gegen wie betoniert erscheinende Verhältnisse doch lohnt. Es geht um Praxis, um Ergebnisse, darum, dass wieder geglaubt wird, dass da jemand ist, dem es nicht bloß um eine Partei um ihrer selbst Willen geht, sondern um Veränderung in der Gesellschaft. Einen Zaubertrank, der schon wirkt, wenn man ihn medial verabreicht, gibt es nicht.

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