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neues deutschland: Berufliche Benachteiligung von Müttern: Kinder, Küche, Karriereknick¶

Berlin (ots) - Eine Frau zu sein und Kinder zu bekommen, bedeutet ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko, und der Grund dafür liegt nicht zuletzt im wissenschaftlich belegten 80-prozentigen Karriereknick-Risiko. In Anbetracht der erschreckenden Zahl an die Unternehmer dieses Landes zu appellieren, auch das weibliche Humankapital mit Nachwuchs besser auszuschöpfen, ist eine Möglichkeit. Doch besteht die Gefahr, lange darauf warten zu müssen, dass die Bosse die Fachkräfte der Republik durchzählen und bei Mängeln, die sich irgendwo auftun, beschließen, die Mütter in ihrem Betrieb doch nicht zu benachteiligen. Jeder einzelne wählt stattdessen weiter die bequeme Variante und befördert den nächsten Mann, der ihm zur Verfügung steht. In selteneren Fällen sogar eine Frau ohne Kind. Dass Mütter so »unbequem« sind, liegt daran, dass die meisten mindestens im ersten Lebensjahr des Kindes komplett ausfallen. Väter dagegen gelten bereits als fortschrittlich, wenn sie das Minimum von zwei Monaten Elterngeld nicht ausschlagen und die Zeit für einen ausgiebigen Urlaub mit Frau und Kind nutzen. Ansonsten gilt: Einer muss ja das Geld nach Hause bringen. Solange die Biologie dafür verantwortlich gemacht wird, wer »der eine« ist, wird sich die Zahl beruflich benachteiligter Mütter nicht verringern. Die Politik kann Voraussetzungen schaffen, um die Lage zu verändern. Tun müssen es aber auch Paare mit einer gerechten Verteilung der Elternaufgaben.

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