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neues deutschland: Flüchtlingskrise in Calais: Tödlicher Tunnelblick¶

Berlin (ots) - Freier Verkehr von Waren und Personen über politische und naturgegebene Grenzen hinweg - an immer mehr Orten in Europa wird begreiflich, was die vielfach gepriesenen Grundfreiheiten der Europäischen Union bedeuten. Und dass sie eben nicht uneingeschränkt gelten. Der Eurotunnel zwischen Calais und Dover ist ein solcher Ort. Durch die jüngsten tödlichen Unfälle von Flüchtlingen ist das Bauwerk ein Symbol der verfehlten EU-Migrationspolitik. Weit über den Ärmelkanal hinaus wird ein Tunnelblick kultiviert, der Bände einer gestörten Wahrnehmung spricht. Seit Anfang Juni sind mindestens acht Menschen bei dem Versuch gestorben, durch den Eurotunnel von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen. Die einzige Reaktion darauf: Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen, was nichts anderes bedeutet als den Bau weiterer Zäune, den Einsatz von noch mehr Wachpersonal. Dafür erhält der Tunnelbetreiber, eine Aktiengesellschaft, auch noch mehrere Millionen Euro aus London und Paris. Doch neue Zäune sind nie eine Lösung. Hier können sie es schon gar nicht sein, die Betroffenen sind bereits in der EU. Doch diese Realität wird von Frankreich, Großbritannien und Brüssel ignoriert. Die Verantwortlichen müssen endlich ihren Tunnelblick aus Abschottung und Abschreckung überwinden. Dass dies jedoch in keinster Weise absehbar ist, wie der Kommentar zum jüngsten Unglück von Großbritanniens Premier David Cameron offenbart, das ist »sehr besorgniserregend«.

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