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neues deutschland: Zum Streit zwischen Griechenland und den Gläubigern

Berlin (ots) - Das Crescendo der Meldungen über »letzte Angebote« und neueste Reformpläne hat die Erwartung genährt, der »Showdown« stehe unmittelbar bevor. Doch von einer Entscheidung im Ringen zwischen der SYRIZA-geführten Regierung und den Gläubigern kann nicht die Rede sein, solange es »nur« um das laufende Kreditprogramm für Athen geht. Eine Auflösung der bisher von der Austeritätsfraktion unter den Gläubigern verteidigten Zahlungs-blockade wäre wichtig, weil sie SYRIZA ein wenig Luft verschaffte. Es wäre ein Signal, dass es auf Seiten der Gläubiger noch Kräfte der Vernunft gibt - eine Abkehr vom Krisenkurs ist nämlich nichts, wofür man besonders links sein müsste, sondern eine Frage der Ratio, wie Athens Außenminister es treffend formuliert hat. Wohin sollte diese Vernunft führen? Zu einer drastischen Schuldenerleichterung. Das wäre im Interesse der Gläubiger, die sonst die Insolvenz Athens und damit noch höhere Abschreibungen riskieren. Das wäre im Interesse der europäischen Bevölkerungen, welche die Hauptlast eines ungeordneten Ausstiegs aus dem absurden Schuldenkreisel zu tragen hätten. Es wäre im Interesse Griechenlands, weil eine eigenständige Erholung unmöglich ist, solange der Schuldenberg jeden Spielraum erdrückt. Die so offenkundig gescheiterte Krisenpolitik ist jahrelang als »alternativlos« bezeichnet worden. Dabei ist es in Wahrheit der Bruch mit dem Dogma der Austerität, zu dem es keine Alternative geben kann. Jedenfalls keine, die auch im Interesse der Mehrheit ist.

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