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neues deutschland: Nahost-Mission des UNO-Generalsekretärs: Gebetsmühlen reichen nicht

Berlin (ots) - »Gaza ist eine offene Wunde, und wir müssen die Blutung stoppen.« Der UNO-Generalsekretär hat die getöteten Zivilisten im Blick, deren Zahl am Wochenende die 500er-Grenze überschritt. Ban spricht von »grauenvollen Aktionen«. Deutlicher kann er in seinem Amt nicht werden. Die israelische Regierung nimmt es dennoch beleidigt als Kritik wahr. Sie hatte Ban wohl ein wenig auf ihrer Seite vermutet. Höchst selten hat sich ein amtierender UN-Generalsekretär bisher in einen aktuellen Konflikt eingeschaltet. Ban tut es, und er macht deutlich, dass dieser hier inzwischen ein veritabler Krieg ist. Er beschreibt ihn als solchen, auch wenn er ihn, seinen diplomatischen Pflichten geschuldet, nicht so nennt. Jedoch meidet er Begriffe wie »Militäroffensive« oder »Luftschläge« und damit ein nicht nur sprachliches Abrutschen in beschönigende Begrifflichkeiten. Der UNO-Repräsentant muss sich verhalten äußern und beschreibt das Ziel seiner Mission in der Konfliktregion daher als auf die Herstellung eines Waffenstillstandes beschränkt. Das wäre nicht wenig, aber es genügt diesmal nicht. Alle Staaten, deren Politiker keinem Amtseid zu strikter Neutralität verpflichtet sind, sollten jetzt auf eine Waffenruhe plus nachhaltige Lösung dringen. Je enger eine Regierung selbst ihre Beziehungen zu einer der Seiten beschreibt, desto größer ist sogar ihre moralische Mitverantwortung. Konfliktkommentare nach Art der Merkelschen Gebetsmühle sind bestenfalls Feigheit vor dem Freunde.

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