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neues deutschland: Krim-Krise: Preis später Erkenntnis

Berlin (ots) - Niemand konnte ernstlich glauben, das Referendum über die Hinwendung der Krim zu Russland sei noch zu verhindern. Moskau rettet in blanker Krisenlogik eben noch schnell das, was es glaubt, retten zu müssen. In Sicherheit gebracht werden nicht nur Landsleute, sondern Kampftechnik, Stützpunkte und ein geostrategischer Vorteil. Mitgespielt haben dürfte im Kreml auch das Wissen darum, dass sich eine solche Gelegenheit zur Rückholung gewesenen Eigentums kaum jemals wieder bieten werde. Denn plötzlich wurden Argumente des Kreml in der Krise um die Ukraine nicht nur gehört. Sie wurden ernst genommen. Ausgerechnet das Weiße Haus forderte am Vorabend der Abstimmung, die internationale Gemeinschaft solle anerkennen, dass Russland »legitime Interessen« und eine Marinebasis in der Ukraine habe. Es wurde sogar festgestellt, dass beide Länder tiefe kulturelle und historische Bindungen hätten, in der Ukraine viele ethnische Russen leben. Eine »robuste« Überwachungsmission zur Sicherung sowohl ukrainischer als auch russischer Interessen kam ins Spiel. So wäre wohl alles verhandelbar gewesen. Doch im Gezerre um die Ukraine war Moskau dem Westen in aller Arroganz und Ignoranz zu lange nicht das Gespräche über die Zukunft seines Nachbarn wert. In der Eskalation nahmen die Dinge zerstörerischen Lauf. Die Krim erweist sich als sehr hoher Preis einer noch nicht völlig zu späten Erkenntnis: Eine Lösung für die Zukunft Europas gibt es nur mit Russland.

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