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neues deutschland: Politiker und ihre Bahn: Griechisches Verhältnis¶

Berlin (ots) - Wie haben sich doch hiesige Regierungspolitiker auf dem Höhepunkt der Eurokrise das Maul über den Klientelismus in Griechenland zerrissen. Unter anderem darüber, dass die Staatsbetriebe dort als Versorgungsanstalt für verdiente Politiker galten. Ein wesentlicher Grund, weshalb viele öffentliche Unternehmen ineffizient arbeiteten und Löcher in die Staatskasse rissen. Ein bisschen erinnert der geplante Wechsel Ronald Pofallas zur Deutschen Bahn an solche Zustände. Besondere Kenntnisse der Verkehrspolitik kann der CDU-Politiker in seinem Bewerbungsschreiben nicht aufgeführt haben. Ein solches war auch gar nicht nötig - die guten persönlichen Beziehungen zu Bahnchef Rüdiger Grube aus seligen Kanzleramtschef-Zeiten dürften ausgereicht haben. Erhält Pofalla nun die Belohnung dafür, dass er als rechte Hand Angela Merkels der Bahn einen guten Draht zur Kanzlerin vermittelt hat? Das allein ist es natürlich nicht. Nach den Regeln des Klientelismus wäscht eine Hand die andere: Der Bahnchef setzt darauf, wichtige Entscheidungen künftig besser beeinflussen zu können. Man kann es ihm nicht verdenken, denn die Verkehrspolitik benachteiligt seit Langem strukturell die Schiene und fördert den Flug- sowie den Autoverkehr. Und die im Koalitionsvertrag angedeuteten höheren Investitionen sind kein Selbstläufer. Nur sind dies Fragen, die politisch entschieden werden müssen. Nicht mit Hilfe eines griechischen Verhältnisses.

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