neues deutschland: Zwei Väter? Kein Problem!

Berlin (ots) - Der Student, der sich per Becherspende zum Vater eines Kinderdutzends macht und damit etwas Geld dazu verdient oder sich einfach nur dem schönen Gefühl hingibt, der Welt Entscheidendes von sich vermacht zu haben, könnte nach dem Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm ins Grübeln kommen. Bisher war er eine Chance - für lesbische Paare etwa, die von offiziellen Samenbanken bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches nicht unterstützt werden und dank seiner Hilfe nicht nach Holland oder Spanien fahren mussten. Nach dem gestrigen Urteil wäre es denkbar, dass es später immer mal an seiner Tür klingelt, weil ein Kind seinen Vater sucht - und dabei ganz offizielle Rechte hat. Dieses Urteil ist die Aufgabe an die Gesellschaft, etwas Licht ins Dunkel der anonymen Samenspende zu bringen. Die hilft vor allem heterosexuellen, aber auch lesbischen Paaren sowie allein lebenden Frauen, Nachwuchs zu bekommen - und zwar inzwischen in hunderttausendfacher Zahl. Aller Wahrscheinlichkeit kommt dazu noch eine hohe Dunkelziffer. Höchste Zeit für die Gesellschaft, sich dieses Problems anzunehmen - so unvertraut es einem auch vorkommen mag. Vor allem die Bedürfnisse der Kinder sind beim gegenwärtigen Prozedere vernachlässigt worden. Zwar bekamen sie im Einzelfall immer recht, wenn sie sich auf Vätersuche machen, aber angemessen ist dieser Umweg über Gerichte gewiss nicht. Und dass Kinder mit zwei Vätern ganz prima klar kommen, haben sie in Tausenden Patchworkfamilien bewiesen.

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