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Neues Deutschland: Weitsichtiger Kahlschlag - Kommentar zu Merkels Nein zu einem Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone

Berlin (ots) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Athen unbedingt in der Eurozone halten. Damit hat die Kanzlerin mehr politische und wirtschaftliche Weitsicht als so mancher Spitzenpolitiker von Schwarz-Gelb, der in jüngster Zeit auf Stammtischniveau gegen Griechenland wetterte.

Die Kanzlerin weiß: Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wäre nicht nur eine politische Bankrotterklärung eines geeinten Europas. Es würde auch eine Kettenreaktion in Gang setzen, die einem ökonomischem Super-GAU gleichen würde. Deutschland müsste dann tatsächlich die rund 62 Milliarden Euro schweren Hilfskredite an Athen abschreiben. Die Finanzmärkte würden den jetzt schon angeschlagen Staaten Italien und Spanien endgültig den Todesstoß geben. Wenn zu guter Letzt die Eurozone auseinander brechen würde und Deutschland wieder die D-Mark einführen müsste, würde auch die heimische Wirtschaft in eine tiefe Rezession gerissen werden.

Das alles will Merkel nicht, und deswegen hält sie an Griechenland fest. Den Menschen dort hilft das wenig. Denn Geld kriegt Athen nur solange es kooperiert. Und das bedeutet, dass ein weiteres Sparpaket von 11,5 Milliarden Euro geschnürt wird. So wird es zu noch mehr sozialem Kahlschlag für die Mehrheit der Griechen kommen, während die Reichsten weiterhin ungeschoren bleiben. Das Einzige, was den Griechen nur noch bleibt, ist die Straße - um gegen diese Politik zu demonstrieren, wie jetzt am Wochenende in Thessaloniki.

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