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Neues Deutschland: zum Ausgang der USA-Wahlen

Berlin (ots) - An Bill Clinton hat es nicht gelegen. Der frühere Präsident tourte im Wahlkampf durchs Land wie kein zweiter und versuchte, das sich abzeichnende Debakel für seine Demokraten bei den Kongresswahlen doch noch zu verhindern. Vergeblich. Dem triumphalen Einzug von Barack Obama ins Weiße Haus folgte für die Präsidentenpartei zwei Jahre später eine drastische Niederlage, auch wenn am Ende eine knappe Mehrheit im Senat bleibt. Der Hoffnungsträger wurde erbarmungslos abgestraft, und dank Clinton wissen wir auch, woran es liegt: Die Wirtschaft macht's, du Depp! Wenn heute vier von zehn USA-Bürgern sagen, ihnen gehe es finanziell schlechter als vor zwei Jahren, dann kreiden sie das seiner Regierung an. Mit hanebüchener, aber wirkungsvoller Demagogie hat die Tea Party am rechten Rand der Republikaner das auf über eine Billion Dollar angewachsene Budgetdefizit zum Ausfluss eines Sozialismus à la Obama umgedeutet und die Wut der Unzufriedenen bis hin zum irrationalen Hass gegen den Präsidenten geschürt. Was den einen viel zu wenig an versprochenem Wandel war, trieb die anderen zur konservativen Gegenrevolution an die Wahlurnen. Obama mag trösten, dass Clinton einst bei seiner ersten Zwischenwahl als Präsident sogar beide Kongresskammern verlor und zwei Jahre später doch wiedergewählt wurde. Die Frage ist nur, wie weit sein Nachfolger auf der Suche nach der verlorenen Mitte nun selbst nach rechts rückt.

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