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Neues Deutschland: zum US-Truppenabzug aus Irak

Berlin (ots) - Erinnern Sie sich noch an den unglaublichen Auftritt des Colin Powell im Februar 2003 im Weltsicherheitsrat? Die Welt musste gerettet werden vor Saddam Hussein, dem Paten des Terrornetzwerkes Al Qaida, dem Monster mit den Massenvernichtungswaffen. Alles Lüge. Erinnern Sie sich noch an die peinliche Show des George W. Bush drei Monate später auf dem Flugzeugträger USS Lincoln, als der USA-Präsident vollmundig das Ende der Kampfhandlungen in Irak verkündete? Nicht weniger falsch. Jetzt erst, siebeneinhalb Jahre nach Beginn der von den Vereinten Nationen nicht legitimierten Invasion, Hunderttausende tote Iraker, über 4400 tote GIs und eine Billion Dollar Kriegskosten später haben die letzten offiziellen Kampftruppen das Zweistromland verlassen. Zumindest dieses Wahlkampfversprechen hat Bush-Nachfolger Barack Obama erfüllt. Die Truppen werden auch dringend an der Front in Afghanistan gebraucht. Sie hinterlassen ein Volk in Angst, ein Land ohne wirkliche Sicherheit und funktionierende Infrastruktur, mit nur labiler Demokratie. Ein Land, das auseinanderzubrechen droht. So bleiben auch weiter über 50 000 US-Soldaten in Irak stationiert, und Washington will die Zahl der privaten Sicherheitsfirmen in Bagdad und anderswo fast verdoppeln. Es wird Obama im Jahr der wichtigen Kongresswahlen schwerfallen, diesen Abzug als Erfolg zu verkaufen.

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